Small Talk, Inkan und Zahlen in Japan

Sumō, Geishas und Samurai – Die japanische Kultur ist für Europäer bisweilen sehr fremd und wartet mit vielen Besonderheiten auf. Wir möchten Ihnen heute einen Einblick in drei ganz verschiedene Themengebiete geben, die Sie auch beim geschäftlichen Kontakt mit Japanern berücksichtigen sollten.

Sensible Themen

Japan wird oft als „Kultur der Schande bzw. des Schams“ bezeichnet. Das bedeutet, dass die öffentliche Wertschätzung des Menschen als höchstes Gut gilt und entsprechend danach gestrebt wird. Scham haben entweder Personen zu empfinden, deren Verstöße gegen bestehende Normen bekannt werden oder Personen, denen ungestraft öffentlich Unrecht getan werden konnte.

Der Kulturstandard „Gesicht wahren“ bildet hierfür den Hintergrund. Um das öffentliche Ansehen aller zu wahren, werden negative Aspekte und Fehler verschwiegen oder nur beschönigend angesprochen. Die eigenen Emotionen werden verborgen – niemand soll sehen, wie es in einem aussieht. Auch Sie sollten mit einigen Themen vorsichtig umgehen, wenn Sie beim Kennenlernen nicht in ein Fettnäpfchen treten wollen!

  • So sollten Sie es beispielsweise unbedingt unterlassen, einen Japaner auf die militärische Vergangenheit Nippons oder auf die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg anzusprechen.
  • Ebenso werden unangenehme Themen wie die Diskriminierung von Minderheiten aus der Öffentlichkeit verdrängt.

Zahlen

Verlaufen die Kennenlerngespräche mit Ihrem japanischen Partner gut und es kommt zu Verhandlungen, ist es wichtig, die japanischen Zahlenwerte zu kennen. In unsSmall Talk, Inkan und Zahlen in Japan, Interkulturelles Training Japanerem westlichen Zählsystem werden die Zahlen in Tausender-Schritten unterteilt: 1.000; 10.000 und 100.000. Sprechen Sie jedoch mit einem Japaner über Ziffern, sollten Sie beachten, dass er nicht wie Sie in Dreiergruppen zählt, sondern die Zahlen in Vierergruppen unterteilt. Dafür wird eine weitere Zähleinheit verwendet: ein sogenannter „man“; ein Zehntausender. Hier ein Beispiel dazu: In Deutschland schreibt man: „856.932“. In Japan heißt es „85 man 6.932“.

Das Übersehen einer einzigen Stelle kann ein riesiges Missverständnis verursachen, denken Sie doch nur einmal an Ihre Verhandlungen im Business-Bereich! Wenn mit hohen Beträgen jongliert wird, ist es selbst für geübte Übersetzer mitunter schwierig, die Ziffern korrekt zu benennen. Es empfiehlt sich daher, große und wichtige Zahlen grundsätzlich schriftlich festzuhalten! Gelangen Sie bei Ihren Verhandlungen zu dem Punkt, an dem auch Verträge unterzeichnet werden, sollten Sie die Verwendung von Inkan bzw. Hanko berücksichtigen.

Inkan/Hanko

In Japan ist das Absegnen von z.B. Verträgen per Unterschrift nicht üblich. Im Gegenteil: In vielen Fällen ist der handschriftliche Namenszug unter den Dokumenten gar nicht rechtskräftig! Stattdessen nutzen die Menschen einen Namensstempel – ein sogenannter „Inkan“ oder umgangssprachlich „Hanko“.

  • Hierzu wird der Name der Person auf einen kleinen Block aus Hartholz, Knochen, Elfenbein oder Marmor geschnitzt meist in Siegelschrift – einer sehr alten Form der Kalligrafie.
  • Es gibt zwei verschiedene Formen der Siegel – persönliche und offiziell registrierte.
  • Die offiziell registrierten Siegel sind z.B. für Mietverträge, den Kauf eines Autos oder Bankgeschäfte notwendig. Aus diesem Grund verfügen erwachsene Personen meist über mehrere Inkan/Hanko.

Die Namensstempel sind auch im Nippon des 21. Jahrhunderts nicht aus dem Privat- und Geschäftsleben wegzudenken. Ein Grund dafür liegt möglicherweise in dem mit dem Siegel verbundenen Aberglauben: Viele Japaner vertrauen beispielsweise darauf, dass mit einem wertvollen Hanko die Geschäfte besser laufen.

Neben diesen drei Zusatzinformationen gibt es zahlreiche grundlegende Hinweise für das Geschäftsleben in Japan, so z.B. für Ihre Kundenkontakte, Ihre Unternehmenspräsentation oder Ihre Verhandlungen. Dies und vieles mehr, erfahren Sie durch unser Interkulturelles Training über Japan.


Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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