Thanksgiving: Ein ganzes Land feiert

Thanksgiving wird jedes Jahr am vierten Donnerstag im November, dieses Jahr also am 27. November, in den USA gefeiert. Dieser Feiertag bildet gleichzeitig den Start der Vorweihnachtszeit und ist eine Art Erntedankfest, jedoch mit anderen Bräuchen als in Europa. Welche Hintergrundinformationen Sie kennen sollten, um beim Small Talk mit amerikanischen Kollegen oder Geschäftspartnern zu glänzen, erfahren Sie in unserem heutigen Blogbeitrag.

Das erste Thanksgiving wurde vermutlich bereits im 17. Jahrhundert, gemeinsam zwischen Siedlern aus England und Indianern, welche den Pilgern halfen, den ersten Winter zu überstehen, gefeiert. Dies ist jedoch zum Teil heute noch sehr umstritten, da das Fest eventuell auch bereits zuvor bei den Ureinwohnern bekannt war und es zahlreiche andere Meinungen und Erzählungen zu den Ursprüngen gibt.

Den heutigen Status verdankt Thanksgiving u.a. der Werbung durch die Publizistin Sarah Josepha Hale, welche zahlreiche Leitartikel in einem wichtigen amerikanischen Magazin der damaligen Zeit veröffentliche. Zum nationalen Feiertag wurde das Fest dann schließlich durch Abraham Lincoln inmitten des Bürgerkriegs 1863 ernannt.

Das amerikanische Erntedankfest ist heute das wichtigste Familienfest des Landes. Viele Amerikaner fahren hierzu weite Strecken, um den Tag mit ihrer Familie und Freunden zu verbringen. Auch Familienangehörige, die das ganze Jahr nicht zuhause sind, finden sich zusammen. Dies führt dazu, dass scheinbar ganz Amerika in diesen Tagen unterwegs ist.

Truthahn, Mais und KürbiskuchenThanksgiving, Interkulturelles Training USA

Thanksgiving feiert fast jeder Amerikaner, egal welcher Religion er angehört. Die Menschen bringen dabei Ihre Dankbarkeit für die Gaben und Geschenke der Natur zum Ausdruck und werden sich vor allem immaterieller Dinge bewusst, wie Gesundheit und Familie. An diesem Tag gibt es keine Geschenke, sondern im Mittelpunkt steht insbesondere das gemeinsame Essen. Traditionell gehören dazu neben Truthahn auch Mais, Süßkartoffeln, Kürbiskuchen, Kürbisgemüse, Kartoffelbrei und Preiselbeeren. Mehrere Millionen Truthähne werden für diesen Feiertag gezüchtet. Als eine Art Wiedergutmachung begnadigt der US-Präsident übrigens alljährlich einen Truthahn im Weißen Haus.

Zudem findet an Thanksgiving alljährlich ein Footballspiel statt, das viele Familien gemeinsam ansehen. Der Freitag nach Thanksgiving wird als „Black Friday“ bezeichnet. Da viele Amerikaner diesen Tag als Brückentag verwenden und dieser häufig für die ersten Weihnachtseinkäufe genutzt wird, gewährt der Einzelhandel an diesem Tag traditionell hohe Rabatte. Wirtschaftlich hat der „Black Friday“ eine große Bedeutung, da der Umsatz an diesem Freitag als wichtiger Stimmungsindikator zählt.

Sollten Sie zu Thanksgiving auch zu Gast bei einer amerikanischen Familie eingeladen werden, wird Ihnen sicherlich Folgendes auffallen. Die Tischmanieren entscheiden sich in den USA ein wenig von den unseren. Einen großen Unterschied werden Sie vermutlich feststellen, sobald Ihr amerikanisches Gegenüber sein Besteck zur Hand nimmt. Während es in Deutschland als gute Sitte gilt, beim Essen das Messer in der rechten und die Gabel in der linken Hand zu halten, werden Sie in den USA vermutlich ein anderes Verhalten beobachten. Oft werden die Speisen zunächst zerteilt, um anschließend das Messer zur Seite legen zu können. Gegessen wird dann lediglich mit einer Hand, die andere ruht neben dem Teller oder oftmals sogar unter dem Tisch auf dem Schoß. Diese Sitte ist angeblich ein Relikt des Wilden Westens. Auf diese Weise hatte man immer eine Hand frei, um im Zweifelsfalle schnell zum Colt greifen zu können.

Mit diesem Hintergrundwissen zu Thanksgiving können Sie im Small Talk mit Amerikanern nun brillieren und einfach mitfeiern! Sollten Sie Kontakt zu amerikanischen Kollegen, Kunden oder Geschäftspartnern haben, freuen diese sich sicher sehr über den netten Gruß „Happy Thanksgiving“! Weitere interessante und nützliche Informationen zum Alltagsleben in den USA sowie zum Business erhalten Sie durch unser Interkulturelles Training zur USA.


Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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