USA: Small Talk erfolgreich führen

Aktuell sorgen die Vorwahlen in den USA für großes mediales Aufsehen. Die beiden größten Parteien der USA, Demokraten und Republikaner, entscheiden momentan noch über die Wahl ihres Kandidaten. Gegenwärtig sind Hilary Clinton und Donald Trump hierbei die jeweiligen Spitzenreiter beider Parteien. Erstere gilt dabei als eher liberal, letzterer als konservativ, wobei Donald Trump mit seinen Äußerungen zur Innen- und Außenpolitik polarisiert. Was nun die politische Landschaft in den USA mit Ihrem Business-Erfolg vor Ort zu tun hat, erfahren Sie im heutigen Blog-Beitrag.

Zunächst möchten wir Ihnen kurz den Hintergrund zum Wahlsystem in den USA schildern: Der Präsident wird dort nicht direkt von der Bevölkerung gewählt, sondern indirekt über sogenannte Wahlmänner. Grundsätzlich stellt jeder Staat Kandidaten entsprechend der Stärke seiner Vertretung im Kongress zur Verfügung – je größer der Staat, desto mehr Repräsentanten. Wie aktuell geschieht, finden bereits viele Monate vor der eigentlichen Wahl, in den einzelnen Staaten die Vorwahlen statt. Diese entscheiden darüber, welche Partei die Kandidaten aus dem jeweiligen Staat für sich benennen kann. Die Partei, die hier die höchsten Stimmanteile für sich verbuchen kann, kann entsprechend viele – ihr verpflichtete – Wahlmänner hinter sich bringen.

Nachdem die Entscheidung gefallen ist, ob tatsächlich die beiden aktuell favorisierten Kandidaten in den Wahlkampf gehen, werden die Wahlen in den USA endgültig im November entschieden. Insgesamt wählen viele Amerikaner übrigens dabei meist weniger eine bestimmte Partei, sondern vielmehr den jeweiligen Kandidaten. Ihr Wissen, wie Ihr Geschäftspartner hinsichtlich seiner politischen Einstellung „tickt“ – Republican or Democrat – kann dabei durchaus im Small Talk von großer Bedeutung für Ihr USA-Business sein. Small Talk dient hierbei zum einen der Distanzminimierung – man versucht also schnell Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen und die Distanz zueinander zu verringern – und auf der anderen Seite ist er ein unerlässlicher Bestandteil des Beziehungsaufbaus und Networkings.Business, USA, Small Talk, Networking, Vorwahlen, Interkulturelles Training USA

Dabei ist es in den USA sinnvoll, seine Beziehungen möglichst breit gefächert anzulegen. Dieses sogenannte Networking ist im US-Geschäft – wie übrigens auch im alltäglichen Leben – von besonderer Bedeutung. Da Small Talk eine wichtige Rolle spielt, bietet es sich an, über belanglose Gespräche miteinander in Kontakt zu kommen. In diesem Rahmen können Sie scheinbar nebenbei Ihr Anliegen vorbringen und möglicherweise auf jemanden treffen, der Ihnen in diesem Zusammenhang nützlich werden kann.

Amerikaner als extrovertierte „Small Talker“

Auch wenn es zunächst scheint, als könne ein Gesprächspartner Ihnen nicht weiterhelfen, so kann es doch sein, dass dieser Ihr Anliegen bei passender Gelegenheit weiterträgt und andere davon erfahren. Ebenso können auch im geschäftlichen Bereich belanglose Plaudereien zu wichtigen Kontakten oder sogar neuen Geschäftsbeziehungen führen. Derartige Situationen sind erfahrungsgemäß in den USA keine Seltenheit. Nutzen Sie also die Möglichkeiten, die der Small Talk Ihnen bietet!

Amerikaner gelten aufgrund ihres extrovertierten Kommunikationsstils als gute „Small Talker“. Sie treten meist sehr offen und selbstbewusst auf und gehen gern auf Menschen zu. Dabei sprechen sie auch über Themen, die aus unserer Sicht bereits persönlich sind und hierzulande eher weniger vor Fremden ausgebreitet würden, etwa die eigenen Kinder. Wirklich persönliche Themen gehören aber auch in den USA in ein intimeres Gespräch. Wichtige Grundregel für erfolgreichen Small Talk ist aktives Zuhören. Zeigen Sie Interesse und warten Sie auf den geeigneten Augenblick, bevor Sie sich selbst einbringen. Um das Gespräch aufrecht zu erhalten, bietet es sich an, offene Fragen anstelle von Aussagen zu formulieren. So veranlassen Sie Ihren Gesprächspartner zu einer Antwort und vermeiden unangenehme Pausen.

Für den Small Talk in den USA gelten als geeignete Themen das Wetter, Hobbys, Essen, Sport und mitunter auch die Einwanderungsgeschichte, da viele Amerikaner europäische Wurzeln haben. Bei kontroversen Themen wie Religion, Minderheiten und Politik sollten Sie eher vorsichtig sein. Das Thema US-Wahlen gilt es somit besser zu meiden, insbesondere wenn Sie sich unsicher sind und Ihr Gegenüber noch nicht gut kennen. Bei einer übereinstimmenden Meinung mit Ihrem Geschäftspartner kann Politik als Gesprächsthema wiederum förderlich sein und einen positiven Nebeneffekt für Ihr Networking haben.

Auf welche Besonderheiten Sie im USA-Business außerdem achten sollten bzw. was es für Ihre anstehende USA-Entsendung zu berücksichtigen gilt, erfahren Sie auf folgender Seite und in unserem Interkulturellen Training zur USA.


Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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