„Trump-Land“: Tipps für USA-Kontakte

In den Vereinigten Staaten hat mit 2017 ein ganz besonderes Jahr begonnen: Donald Trump wird in wenigen Tagen offiziell das Amt von Barack Obama als neuer Präsident übernehmen. Das möchten wir gern zum Anlass nehmen, um eine kulturelle Reise in das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ zu unternehmen und um in Erfahrung zu bringen, was Sie bei USA-Kontakten berücksichtigen sollten.

Viele Menschen in den USA aber auch weltweit fragen sich seit den Wahlen, wie groß die politischen aber auch wirtschaftlichen Auswirkungen mit dem Amtsantritt von Donald Trump sein werden. Hierbei können auch für Unternehmen in Deutschland mitunter ganz unterschiedliche Fragen auftauchen: Werden Produkte aus Deutschland zukünftig mit höheren Steuern oder Zöllen verknüpft sein und was bedeutet dies für den Absatz vor Ort? Mit welchen Herausforderungen ist nun die Eröffnung einer neuen Niederlassung in den USA verbunden und kann man zukünftig weiterhin Mitarbeiter problemlos dorthin entsenden?

Vermutlich können diese Fragen erst nach einigen Monaten konkret beantwortet werden. Für viele bleibt daher weiterhin vorerst Ungewissheit. Nichtsdestotrotz möchten wir Ihnen, sollte für Sie beispielsweise ein beruflicher Umzug in die USA demnächst bevorstehen, sechs grundlegende Hinweise für Ihre Kommunikation mit Amerikanern darlegen.

Achtung: „Sexual harassment“!

1. Beim Kennenlernen von Amerikanern, auch im Business, gibt es einige Besonderheiten: So ist u.a. der Bereich „sexual harassment“ ein wichtiger Punkt. Uneindeutige Witze und Anspielungen können so gegenüber Kollegen schnell als sexuelle Belästigung aufgenommen werden. Generell sind alle Themen, die kontrovers sein können, z. B. auch Politik und Religion, für Small Talk ungeeignet.

Interkulturelles Training USA, Small Talk, Meetings2. Sicherlich wird Ihnen auffallen, dass US-Amerikaner oftmals auf den ersten Blick als sehr hilfsbereit, neugierig und offen wahrgenommen werden. Jedoch ist festzustellen, dass man enge Freundschaften ebenso wie in Deutschland erst nach längerer Zeit gewinnt. Verwechseln Sie also diese erste Offenheit, die Ihnen beim Einleben vor Ort oder bei Einkäufen in der Stadt begegnet und auch tatsächlich nett gemeint ist, nicht unbedingt mit persönlicher Vertrautheit. Sie werden sehen, dass diese erste Offenheit an einem bestimmten Punkt, wenn Sie z. B. privatere Themen besprechen möchten, vorerst endet.

3. Sollten Sie mit Ihren Kollegen, bspw. im Zuge von Projekt-Meetings, intensiver im Austausch stehen, gilt Folgendes: Direkte Anweisungen und belehrende Worte gegenüber Ihrem Team sind eher unüblich und werden vermutlich nicht gern gesehen. Möchten Sie Ihren Kollegen Hinweise oder Tipps mit auf den Weg geben, die Sie z. B. noch von der Arbeit aus Deutschland kennen, empfiehlt sich eine indirekte Art der Kommunikation [als Anregung formuliert]. Andernfalls fühlen sich Ihre neuen Kollegen schnell bevormundet. Zudem ist auch das Finden von Kompromissen und die Berücksichtigung aller Meinungen bei Meetings besonders wichtig.

Optimismus und Aktionismus

4. Beachten Sie bei der Bewertung von neuen Ideen Ihrer Kollegen, dass übermäßige Skepsis und kritische Bemerkungen wahrscheinlich auf wenig Verständnis stoßen. Optimismus und Aktionismus sind Schlagwörter, die die US-amerikanische Mentalität hierbei recht gut beschreiben. Es gilt dabei viel häufiger das Prinzip, Verbesserungsvorschläge auszuprobieren, als die Chance gar nicht erst in Betracht zu ziehen.

5. Sollten Sie in Meetings gegenüber Kollegen oder bei Darlegungen gegenüber Kunden in Form einer Präsentation Informationen weitergeben, sollte dies nach Möglichkeit kurz und knapp geschehen. Dies gilt im Übrigen auch für das Verfassen von E-Mails. In der Regel schätzen Amerikaner kompakte Informationen sowie charismatische und lebhafte Vorträge mit einer klaren Fokussierung auf die Ziele sowie konkreten Handlungsanweisungen.

6. Das US-amerikanische Business ist ingesamt sehr durch Leistungsorientierung geprägt. Dies bedeutet im übertragenen Sinne, dass Amerikaner tendenziell mehr als Deutsche arbeiten und ihnen demnach auch weniger Urlaubstage zur Verfügung stehen. Als Führungskraft werden Sie vor Ort danach bemessen, wie viel Zeit Sie im Büro verbringen. Seien Sie sich darüber bewusst, dass der Leistungsdruck mitunter entsprechend hoch sein kann.

Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen und alle anstehenden Kontakte empathisch und reflektiert angehen, steht einer erfolgreichen Zeit vor Ort, unabhängig aller politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, nichts entgegen. Selbstverständlich sind dies nur erste allgemeine Hinweise, die je nach Person und Situation abgewägt werden sollten. Die Tipps sollen dabei in erster Linie als Orientierung und nicht als verbindliche Anleitung verstanden werden. Für vertiefende Informationen empfehlen wir Ihnen in jedem Fall ein Interkulturelles Training USA.


Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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