Ihre Entsendung Teil 1: Kulturschock

„Kulturschock“ – wenn Sie für längere Zeit ins Ausland entsandt werden, werden Sie diesen Begriff vermutlich häufiger hören. Doch was verbirgt sich dahinter? Worauf sollten Sie in der Vorbereitung achten und wie können Sie diesem „Schock“ entgegenwirken? Nützliche Antworten erhalten Sie in unserem heutigen Blog-Beitrag!

Viele Fach- und Führungskräfte werden im Laufe ihrer Karriere ins Ausland entsandt, was verschiedene Vorteile mit sich bringt: So können sich diese Mitarbeiter [auch Expatriates oder kurz Expats genannt] bspw. auf ein größeres Einkommen, berufliche Weiterentwicklung und auch ganz allgemein auf das Kennenlernen einer anderen Kultur freuen. Dies ist allerdings nur eine Seite der Medaille, denn viele unterschätzen diese anspruchsvolle Situation.

Neben den täglichen jobbedingten Herausforderungen sind es vor allem das [simpel erscheinende] Eingewöhnen in die neue Heimat, familiäre Gründe, aber auch unterschiedliche kulturelle Aspekte, die vielen Expatriates zu schaffen machen und so im schlimmsten Fall zum Abbruch einer Entsendung führen können. So haben neuesten Studien zufolge, die meisten Mitarbeiter, die nach China und Indien geschickt werden, Schwierigkeiten mit der dortigen Mentalität, aber auch mit ganz alltäglichen Dingen, wie der Unterkunft, den Sicherheitsvorkehrungen oder den Hygienestandards.

Oft spielt der sogenannte „Kulturschock“ dabei eine zentrale Rolle. Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt, möchten wir im ersten Teil unserer Entsendungsreihe die wichtigsten Fragen zu diesem Phänomen beantworten.

Kulturschock – was ist das?

Unter dem Kulturschock wird in der gängigen Literatur das schockartige Verhalten verstanden, welches eintritt, sobald ein Mensch mit Fremdem und Unbekanntem konfrontiert wird. Es sei dazu erwähnt, dass dieses Phänomen nichts Ungewöhnliches ist und durchaus zum Eingewöhnungsprozess in der neuen Heimat dazugehören kann, jedoch nicht muss.

Der Kulturschock vollzieht sich meist in vier Phasen: Zunächst empfindet der Expatriate alle neuen Eindrücke als interessant, aufregend und durchweg positiv. Kurz darauf beginnt die „Ernüchterung“ und die Schock-Situation seKulturschock, Entsendung, Expatriate, Interkulturelles Trainingtzt ein: Unterschiede werden wahrgenommen. Der Expat fühlt sich unwohl, fremd und unsicher in seinen Handlungen. Auch sprachliche Hindernisse können sich dabei bemerkbar machen.

Nach dieser „Depression“ geht es in der dritten Phase wieder bergauf: Die negativen Gefühle werden schließlich überwunden und der Entsandte versteht die fremden Verhaltensweisen. Schlussendlich beginnt er in der letzten Phase, sich mehr und mehr in die neue Kultur zu integrieren und Teile seines Verhaltens entsprechend der neuen Regeln und Werte anzupassen.

Was dagegen helfen kann…  

Den ersten Schritt haben Sie bereits getan, denn Sie wissen, was auf Sie zukommen könnte. So sind Sie sensibilisiert und können konstruktiver mit Ihrer Situation umgehen. Doch mit welchen weiteren Maßnahmen können Sie dem Kulturschock noch entgegen wirken? Hier einige praktische Ideen für Ihren Alltag:

  • Bereiten Sie sich gut auf Ihren Auslandsaufenthalt vor! Das Wissen über die kulturellen Werte Ihrer neuen Heimat wird Ihnen vor Ort helfen, das Verhalten der Einheimischen besser zu verstehen. Interkulturelle Trainings sind dafür die beste Möglichkeit.
  • Nehmen Sie Ratschläge von anderen an, die selbst ähnliche Erfahrungen gemacht haben bzw. fragen Sie aktiv um Rat!
  • Lassen Sie auch negative Gefühle zu! Setzen Sie sich bewusst mit Ihren „Symptomen“ auseinander und verdrängen Sie diese keinesfalls!
  • Nehmen Sie sich Zeit zur Eingewöhnung! Auch mentale Erholungsphasen, in denen Sie über Ihre positiven und auch negativen Erlebnisse nachdenken, sind in diesem Zusammenhang wichtig.
  • Legen Sie Eigenschaften wie Toleranz und Flexibilität an den Tag!
  • Seien Sie offen für Neues! Lernen Sie neue Leute kennen – idealerweise Natives. Probieren Sie unbekannte Sachen aus [z. B. Speisen oder Sportarten]! Machen Sie einfach neue Erfahrungen – so können Sie Unsicherheiten abbauen und haben sogar Spaß dabei.
  • Auch das Kontakthalten mit der Heimat [Familie, Freunde oder auch Kollegen] ist sehr wichtig, um mit aufkommenden Stresssituationen besser umgehen zu können.

Wie Sie sehen, ist ein Kulturschock nichts Schlimmes und durchaus in den Griff zu bekommen, falls es Sie betreffen sollte. Auch Ihr eigenes Unternehmen sollte Ihnen entsprechende Unterstützung anbieten können, wenn Sie längere Zeit im Ausland tätig sind [z. B. Mentoren oder Coaches]. Fragen Sie einfach nach, welche Möglichkeiten es gibt!

Noch ein letzter wichtiger Hinweis: Bedenken Sie hierbei, dass ähnliche „Schock-Zustände“ auf Sie warten können, wenn Sie wieder in Ihre Heimat zurückkehren. Im zweiten Teil dieser Reihe werden wir uns diesem Thema, Re-entry, widmen und Ihnen dazu nützliche Hinweise mit auf den Weg geben.


Über Sophie Humpisch

Ich habe Wirtschaftskommunikation und Interkulturelle Kommunikation & Kompetenz studiert. Im Zuge meiner akademischen Ausbildung war ich selbst über einen langen Zeitraum im Ausland und habe interkulturelle Unterschiede am eigenen Leib erfahren. Seit April 2014 bin ich bei Eidam & Partner für die Betreuung und Akquise neuer Fachexperten verantwortlich. Unser Unternehmen ist ein weltweiter Anbieter von Interkulturellem Training, Coaching, eLearning und Consulting für mehr als 80 Zielländer. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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