Meetings & Verhandlungen in Japan

Geschäftsabschlüsse werden in Japan vollkommen anders erreicht als in Deutschland. Ein wichtiger interkultureller Unterschied liegt beispielsweise im Ziel der Meetings und Verhandlungen: Diese dienen nicht wie bei uns einer endgültigen Entscheidungsfindung, sondern:

  1. der Herstellung bzw. Pflege einer Beziehung,
  2. dem allgemeinen Informations- und Meinungsaustausch,
  3. der Verkündung von bereits vorher getroffenen Entscheidungen.

Auf japanischer Seite
Die Delegationen der japanischen Firmen sind den deutschen zahlenmäßig meist stark überlegen – sechs bis zwölf Personen sind durchaus üblich. Wundern Sie sich dabei aber bitte nicht, wenn diese Teilnehmer von Meeting zu Meeting wechseln: Wer zu welcher Konferenz erscheint, ist davon abhängig, in welchem Stadium der Verhandlung man sich befindet.

Auf deutscher Seite
Die im westlichen Business gebräuchlichen Alleingänge von Managern sind in Japan also nicht üblich. Um ein Gleichgewicht herzustellen, sollte auch Ihr Team aus einer ausreichenden Anzahl von Personen bestehen. Finden die Verhandlungen in Japan statt, sind Ihnen dabei leider zwangsläufig Grenzen gesetzt. In Deutschland bietet es sich hingegen an, genügend Mitarbeiter teilnehmen zu lassen.

Konferenzen sind in Japan sehr stark zeremoniell ausgerichtet – besonders zur Eröffnung und zum Abschluss wird großer Wert auf Formalitäten wie Verbeugungen, Höflichkeitsfloskeln oder den Genuss des traditionellen Grünen Tees gelegt. Aber auch bei der Bedeutung der Unternehmensgeschichte gibt es interkulturelle Unterschiede: So können Sie sich z. B. darauf vorbereiten, zu Beginn einer Geschäftsbeziehung eine längere Ansprache über die Geschichte Ihres Unternehmens halten zu müssen!

Sitzordnung

Unser Interkulturelles Training bietet aktuelles Know-how zu Meetings und Verhandlungen in Japan.Von hoher Bedeutung ist außerdem die Sitzordnung bei Meetings und Verhandlungen – jedem Teilnehmer steht entsprechend seines Ranges ein bestimmter Platz am Tisch zu. Die Gäste sitzen grundsätzlich mit Blick zur Tür, die Gastgeber ihnen gegenüber. Die ranghöchste Person platziert sich in der Mitte, die „Untergebenen“ postieren sich links und rechts davon.

Wer welche Rolle beim Meeting spielt, ist ebenfalls von der Hierarchie abhängig: Der Ranghöchste leitet das Gespräch lediglich, für die Abhandlung der spezifischen Themen sind die Manager der unteren/mittleren Ebenen zuständig. Sie sollten dem Vorsitzenden daher möglichst keine inhaltlichen Fragen stellen, um ihn nicht in Verlegenheit zu bringen!

Erfahren Sie mehr: interkulturelles Training + weitere Artikel zu Japan

Sie möchten weitere Details über Meetings und Verhandlungen in Japan erfahren? Ein Interkulturelles Training bzw. Coaching zu Japan behandelt diese und viele weitere spannende Themen. Wir freuen uns auf Ihr Interesse!

Unter folgendem Link finden Sie alle Artikel zum Zielland Japan.

Aktuelle Lesetipps zum Thema „interkulturelles Training“

1 Herbrand, Frank [2002]: „Fit für fremde Kulturen. Interkulturelles Training für Führungskräfte“, Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Paul Haupt.

2 Knapp, Karlfried [1995]: „Interkulturelle Kommunikationsfähigkeit als Qualifikationsmerkmal für die Wirtschaft“, in: Bolten, Jürgen [Hrsg.]: „Cross Culture – interkulturelles Handeln in der Wirtschaft“, Sternenfels/Berlin: Verlag Wissenschaft [&] Praxis, 8-23.1

3 Kainzbauer, Astrid [2002]: „Kultur im interkulturellen Training. Der Einfluss von kulturellen Unterschieden in Lehr- und Lernprozessen an den Beispielen Deutschland und Grossbritannien“, Frankfurt a. M./London: IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation.

4 Müller-Jacquier, Bernd/ten Thije, Jan D. [2000]: „Interkulturelle Kommunikation: interkulturelles Training und Mediation“, in: Becker-Mrotzek, M./Brünner, G./Cölfen, H. [Hrsg.]: „Linguistische Berufe“, Frankfurt a. M./Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang, 39-57.

5 Fetscher, Doris/Hinnenkamp, Volker [1994]: „Interkulturelles Kommunikationstraining und das Managen der interkulturellen Situation“, in: „Sprache und Literatur“ 74/1, 67-89.


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Über Markus Eidam

Nach meinem insgesamt vierjährigen Aufenthalt in verschiedenen Ländern dieser Welt bin ich seit dem Jahr 2004 Geschäftsführer bei den Auslands-Experten von Eidam & Partner. In jüngeren Jahren habe ich Interkulturelle Kommunikation, Erwachsenenbildung und Psychologie studiert und mich zum Trainer, Coach und Personalfachwirt der IHK ausbilden lassen. Unser Unternehmen bietet Ihnen Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Consulting und eLearning zu 80 Zielländern.
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