Bildungsstandards weltweit; ein Vergleich!

Eine Studie deckt Bildungsstandards im internationalen Vergleich auf: Chinesische Drittklässler fallen in Naturwissenschaften und Mathematik hinter US-amerikanischen High-School-Schülern zurück. Was steckt hinter diesem vermeintlich skurrilen Vergleich?

In der vergangenen Woche veröffentlichte die “International Association for the Evaluation of Educational Achievement” einen aufsehenerregenden Bericht über die internationalen Bildungsstandards. Die Studie, die auf den Prüfungsergebnissen von 63 Ländern basiert, zeigt u. a., dass amerikanische Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren wieder knapp ihren 8-jährigen Mitstreitern aus China voraus sind. Leitende Wissenschaftler und Verfasser des Berichts witzeln nun, dass dies ein „Weckruf für China“ sein sollte und verweisen damit einerseits auf die mangelnden Bildungsstandards in den USA und andererseits auf das unerbittliche Leistungsstreben in chinesischen Schulen.

Nicht nur in Mathematik, sondern auch in Biologie und Chemie sind die Bildungsunterschiede enorm. Die Vergleichbarkeit auf diesem Gebiet von High-School-Absolventen mit Grundschülern ist auch in anderen Ländern gegeben. So haben Grundschüler aus Ländern wie Deutschland, Südkorea und der Schweiz ein ähnliches Niveau wie Zwölftklässler aus den USA.

Chinesisches Bildungssystem als Vorbild?

Bildungstandards weltweit VergleichDas US-Bildungssystem scheint miserabel. Doch Chinas Antwort auf die Ergebnisse der Studie sind überraschend. Laut Bildungsminister, Yuan Guiren sind die Ergebnisse der chinesischen Schüler nicht akzeptabel. Das chinesische Bildungssystem sieht sich in der Krise, der Reformbedarf scheint groß. Nicht nur Investitionen in bessere Lernmaterialien, sondern auch strengere Standards für Lehrer und längere Schulzeiten werden als mögliche Lösungen angesehen.

Diese Reaktion scheint zunächst übertrieben. Jedoch gibt es einen wichtigen Faktor im chinesischen Bildungssystem, welcher dabei tatsächlich verbessert werden muss: Es ist das starke Bildungsgefälle im Land selbst. Die Städte Shanghai und Peking sind eher Ausnahmen in Sachen Bildung. Im ländlichen Westen des Landes ist das Bildungsniveau weitaus geringer.

Für Kreativität ist kein Platz

Die persönlichen Folgen für das Alltagsleben der Schulkinder in den chinesischen Großstädten sind die andere Seite der Medaille: hoher Druck im Schulalltag, Disziplin und Streben nach Höchstleistungen. Wer nicht gut genug ist, wird aussortiert, ohne Rücksicht auf individuelle Stärken und Schwächen. Auch wenn China zur Pisa-Studie regelmäßig als Sieger hervorgeht, ist es fraglich ob man Individualität im Bildungssektor so stark vernachlässigen darf!?

Chinas Schüler sind wahre Lernmaschinen wenn es um das Bestehen von generalisierten Tests geht. Doch wo bleiben Kreativität, Neugierde und kritisches Denken? Fähigkeiten die in einer globalisierten Welt beispielsweise für die Entwicklung von Innovationen notwendig sind.

Wahrscheinlich ist es wie mit vielen Dingen: Die goldene Mitte ist der richtige Weg auf dem globalen Bildungspfad. Vielleicht könnte hier auch das Bildungssystem aus vielen europäischen Ländern, wie z. B. Finnland, ein Vorbild sein.

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Lesetipps rund um interkulturelle Trainings und China

Business-Markteintritt-Geschäftspartner-Guanxi-Netzwerk-Interkulturelles-Training-China1 Götz, Klaus [2010]: „Interkulturelles Lernen/Interkulturelles Training [Managementkonzepte]“, München/Mering: Rainer Hampp Verlag

2 Karasjew, Michael [2014]: „Entwicklung interkultureller Kompetenz in der betrieblichen Weiterbildung: Interkulturelle Trainings und Methoden“, Norderstedt: GRIN Verlag

3 Müller-Jacquier, Bernd/ten Thije, Jan D. [2000]: „Interkulturelle Kommunikation: interkulturelles Training und Mediation“, in: Becker-Mrotzek, M./Brünner, G./Cölfen, H. [Hrsg.]: „Linguistische Berufe“, Frankfurt a. M./Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang, 39-57.

4 Mazziotta, Agostino [2016]: „Interkulturelle Trainings: Ein wissenschaftlich fundierter und praxisrelevanter Überblick [essentials]“, Wiesbaden: Springer Fachmedien-Verlag

5 Fetscher, Doris/Hinnenkamp, Volker [1994]: „Interkulturelles Kommunikationstraining und das Managen der interkulturellen Situation“, in: „Sprache und Literatur“ 74/1, 67-89.


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Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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