Socializing im Reich der Mitte

Auslandsaufenthalte sind eine wichtige Erfahrung, nicht nur im Geschäftsleben, sondern auch als persönliche Bereicherung. Falls Sie für Ihr Unternehmen z. B. nach China entsandt werden oder geschäftlich häufiger ins Reich der Mitte reisen, sind persönliche Kontakte unerlässlich. Nicht nur um das Land in all seinen Facetten kennenzulernen, sondern auch um Sensibilität für die chinesischen Denk- und Verhaltensweisen zu erlangen. Um das Kennenlernen von Freunden und Bekannten zu erleichtern, möchten wir Ihnen einige Ratschläge mit auf den Weg geben.

Kommt es mit Ihren Bekanntschaften in China zu ersten Treffen, empfehlen wir Ihnen insbesondere auf die Bereiche Pünktlichkeit, Gastgeschenke und Köperpflege zu achten.

Pünktlichkeit ist gefragt

Pünktlichkeit ist in China ein sehr heikles Thema, da diese sehr viel über die Beziehung zu Ihrem Freund, Geschäftspartner oder Kollegen aussagt. Generell kann man sagen, dass viele Chinesen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau nehmen. Hinter dieser Aussage steht jedoch ein großes ABER. Denn wie eigentlich alles in China hängt die Pünktlichkeit maßgeblich mit der Wichtigkeit des Partners zusammen.  Interkulturelles Training China, Socializing im Reich der Mitte

Sollten Sie sich also in der Phase des Beziehungsaufbaus befinden oder wollen Sie Ihrem Partner zeigen, wie wichtig er für Sie ist, dann seien Sie unbedingt pünktlich! Das zeigt Ihrem Partner Ihre Wertschätzung und fördert eine harmonische Beziehung. Im Gegenzug sollten Sie sich jedoch nicht aufregen, wenn insbesondere im privaten Leben keine allzu große Pünktlichkeit an den Tag gelegt wird.

Keine Blumen aber Geschenke aus Europa

Wenn Sie bei einer chinesischen Familie zu Besuch sind, sollten Sie auch die Gastgeschenke nicht vergessen! Allerdings müssen Sie auch hier einige Regeln beachten. [Lesen Sie passend dazu auch unseren folgenden Blog-Beitrag: Nicht 13, sondern 4, 7 und 10] Bringen Sie niemals Blumen für die Gastgeberin mit, ganz besonders keine weißen oder gelben, diese werden nämlich ausschließlich zu Totenzeremonien verwendet. Allerdings erfährt die chinesische Kultur hier eine Öffnung und die westliche Gewohnheit Blumen zu schenken, etabliert sich langsam. Schenken Sie Blumen trotzdem nur, wenn Sie den Gastgeber gut kennen.

Sehr beliebt hingegen sind wertvolle Geschenke aus Europa [z. B. edle Schokolade oder Pralinen] sowie Verpackungen in den Farben rot und rosa. Traditionell verschenkt man, insbesondere zu Zeiten des Neujahrsfestes, rote Umschläge mit Geld. Die rote Farbe der Umschläge soll dabei Glück und Wohlstand bringen. Eine weitere Besonderheit in China ist das Öffnen der Geschenke. Im westlichen Kulturkreis ist es üblich die Geschenke sofort zu öffnen und sich anschließend zu bedanken. In China hingegen werden die Geschenke erst geöffnet, wenn der Gast bereits gegangen ist. Dadurch soll der Eindruck vermieden werden, man wolle sich lediglich an den Geschenken des Gastes bereichern. Falls das Geschenk nicht gefällt, vermeidet der Beschenkte auf diese Weise zudem, dass Sie dies bemerken. Der Dank erfolgt dann meistens am nächsten Tag.

Mann trägt keinen Bart

Wenn Sie einen regen Umgang mit Chinesen pflegen, so achten Sie bitte ganz besonders auf die Besonderheiten der Körperhygiene, da der westliche Körpergeruch für viele Chinesen als besonders stark empfunden wird.

Business-Markteintritt-Geschäftspartner-Guanxi-Netzwerk-Interkulturelles-Training-ChinaEin weiteres heikles Thema ist bei Männern insbesondere der Bartwuchs. Die Chinesen haben – anders als Westler – nämlich kaum Körperbehaarung und glauben deshalb auch nicht, dass sie im Gegensatz zu westlichen Menschen, vom Affen abstammen. Bärte werden in China mit Schmutz und Schmuddeligkeit assoziiert. Auch lange Haare bei Männern haben keinen besonders guten Ruf. Eine gepflegte Erscheinung ist für Männer wie Frauen selbstverständlich. Dabei gilt insbesondere bei den Frauen das Schönheitsideal des hellen Teints. Dies symbolisiert nämlich Reichtum. Im Gegensatz dazu müssen die armen Bauern jeden Tag auf dem Feld arbeiten und werden daher braun.

Interkulturelles Training China | zusätzliche Artikel zu China

Interessieren Sie sich für weitere kulturelle Besonderheiten, die sich auf das Geschäftsleben in China auswirken? Dann empfehlen wir Ihnen unser Interkulturelles Training über China.

Unter folgendem Link finden Sie alle Artikel zum Zielland China.

Lesetipps rund um interkulturelle Trainings und China

1 Herbrand, Frank [2002]: „Fit für fremde Kulturen. Interkulturelles Training für Führungskräfte“, Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Paul Haupt.

2 Knapp, Karlfried [1995]: „Interkulturelle Kommunikationsfähigkeit als Qualifikationsmerkmal für die Wirtschaft“, in: Bolten, Jürgen [Hrsg.]: „Cross Culture – interkulturelles Handeln in der Wirtschaft“, Sternenfels/Berlin: Verlag Wissenschaft [&] Praxis, 8-23.1

3 Kainzbauer, Astrid [2002]: „Kultur im interkulturellen Training. Der Einfluss von kulturellen Unterschieden in Lehr- und Lernprozessen an den Beispielen Deutschland und Grossbritannien“, Frankfurt a. M./London: IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation.

4 Müller-Jacquier, Bernd/ten Thije, Jan D. [2000]: „Interkulturelle Kommunikation: interkulturelles Training und Mediation“, in: Becker-Mrotzek, M./Brünner, G./Cölfen, H. [Hrsg.]: „Linguistische Berufe“, Frankfurt a. M./Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang, 39-57.

5 Fetscher, Doris/Hinnenkamp, Volker [1994]: „Interkulturelles Kommunikationstraining und das Managen der interkulturellen Situation“, in: „Sprache und Literatur“ 74/1, 67-89.


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Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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