Wissens­transfer in den USA

Zwischen der deutschen und US-amerikanischen Businesskultur gibt es einige Unterschiede, die für Missverständnisse sorgen können. Daher wollen wir in unserem heutigen Blog-Beitrag mit Hilfe eines konkreten Fallbeispiels das Thema Wissenstransfer näher betrachten!

Wenn Sie unseren Blog aufmerksam verfolgen, werden Sie bereits einige Beiträge zu diesem spannenden und wichtigen Zielland gelesen haben. Daher möchten wir unseren heutigen Beitrag gern ein wenig anders gestalten und dieses Mal mehr in die Praxis gehen. Im folgenden Abschnitt finden Sie eine Businesssituation erläutert, wie Sie Ihnen in der deutsch-US-amerikanischen Zusammenarbeit durchaus passieren könnte. Lesen Sie sich diese in Ruhe durch und überlegen Sie, was schief gelaufen sein könnte! Die Lösung sowie wichtige Hintergrundinformationen finden Sie im nächsten Abschnitt. Good Luck!

Das Fallbeispiel

Für ein IT-Projekt arbeiten die Deutschen [Alex und Thomas] und die US-Amerikaner [John und Brian] eng zusammen, wobei die Leitung den Deutschen obliegt. Mit Hilfe von regelmäßigen Meetings kommen alle Teammitglieder zusammen, um sich auszutauschen. Nun steht das erste Meeting bevor, in welchem die Deutschen u. a. wichtige Informationen und Entscheidungen für die weitere Zusammenarbeit verkünden wollen. Auf diesen Termin haben sich Alex und Thomas intensiv vorbereitet.

In einer umfangreichen Präsentation legen die beiden schließlich dar, welchen fachlichen Hintergrund sie besitzen, für welche Aufgaben sie in diesem Projekt zuständig sind und warum sie welche Entscheidungen für die Zusammenarbeit getroffen haben. Alex und Thomas wollen, dass John und Brian über alle Details informiert sind und die Entscheidungen so bestmöglich nachvollziehen können. Im Laufe ihrer Schilderungen haben diese allerdings den Eindruck, dass sich ihre amerikanischen Kollegen immer weniger für das Gesagte interessieren.

So schauen diese z. B. des Öfteren auf die Uhr und wirken ungeduldig. Nach einer gewissen Zeit werden Alex und Thomas in ihrer Präsentation sogar mehrmals von beiden Amerikanern unterbrochen. Was denken Sie, wie könnte sich das Verhalten der US-amerikanischen Kollegen erklären lassen? Überlegen Sie in Ruhe, bevor Sie weiterlesen!

Was dahinter steckt…

Der Eindruck täuscht, denn John und Brian sind ganz und gar nicht uninteressiert. Problematisch an der Situation ist vielmehr der Umfang der Erläuterungen: Anders als hierzulande haben in den USA ausführliche Schilderungen und Details keine große Bedeutung. Das Gegenteil ist der Fall, denn die meisten US-Amerikaner legen viel mehr Wert auf eine kurze und prägnante Vermittlung von Informationen oder auch Entscheidungen.

Der Wille von Alex und Thomas, die Dinge so umfangreich wie möglich zu schildern, war in diesem Fall also leider fehlplatziert. Diese hätten ihre Präsentation folglich eher auf das Wesentliche reduzieren sollen. Für John und Brian sind letztendlich die Informationen und Entscheidungen wichtig, nicht unbedingt der Weg dorthin. In Fachkreisen wird dieses Vorgehen auch KISS-Prinzip genannt: „Keep It Short and Simple“. Wenn Sie sich also in der Situation wiederfinden, in der Sie Informationen oder Entscheidungen an US-Amerikaner vermitteln müssen, bringen Sie es „knackig“ auf den Punkt.

Nichtsdestotrotz sollten Sie sich auf potenzielle Nachfragen oder Diskussionen vorbereiten. Nur weil Sie sich kurz halten sollten, erspart das Ihnen keine intensive Auseinandersetzung mit den entsprechenden Inhalten. Wichtig ist zudem, die Präsentation unterhaltsam zu gestalten: Drücken Sie sich nicht zu kompliziert aus, sorgen Sie für gute Stimmung, nutzen Sie Visualisierungen und auch ein wenig Humor sowie Charisma kommen meist gut an!

Wie Sie sehen, kann der Teufel im Detail stecken und zu Missverständnissen führen, die eine internationale Zusammenarbeit maßgeblich beeinflussen können. Wenn Sie noch mehr über die Kultur oder die gängigen Businessgepflogenheiten in den USA erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unser Interkulturelles Training USA. Dabei können für Sie wichtige Punkte [wie bspw. der Umgang mit US-amerikanischen Mitarbeitern, Kundenkontakt oder auch das Führen von Verhandlungen] intensiv besprochen werden. Kommen Sie gern auf uns zu und wir helfen Ihnen weiter!


Über Sophie Humpisch

Ich habe Wirtschaftskommunikation und Interkulturelle Kommunikation & Kompetenz studiert. Im Zuge meiner akademischen Ausbildung war ich selbst über einen langen Zeitraum im Ausland und habe interkulturelle Unterschiede am eigenen Leib erfahren. Seit April 2014 bin ich bei Eidam & Partner für die Betreuung und Akquise neuer Fachexperten verantwortlich. Unser Unternehmen ist ein weltweiter Anbieter von Interkulturellem Training, Coaching, eLearning und Consulting für mehr als 80 Zielländer. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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