Hierarchien in Südkorea

In Südkorea haben zahlreiche große Unternehmen ihren Sitz, so zum Beispiel Samsung sowie die Automobilkonzerne Hyundai und Kia. Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs der vergangenen Jahre von durchschnittlich rund 3 %, gehört Südkorea heute zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt. Entsprechend nimmt die Anzahl der internationalen Kooperationen zu und auch die Kontakte deutscher Unternehmen zu koreanischen Geschäftspartnern werden immer wichtiger. Passend dazu möchten wir Ihnen im Blog-Beitrag diese Woche grundlegende Informationen zur Verankerung von Hierarchie im koreanischen Business mit auf den Weg geben.

Die koreanische Gesellschaft ist stark hierarchisch geprägt und basiert auf konfuzianischen Traditionen. Das heißt, dass u.a. Mitarbeiter ihre Vorgesetzten sowie jüngere Personen ihre älteren Mitmenschen besonders achten sollten. Bis auf den Kontakt zwischen Freunden, sind in Südkorea alle zwischenmenschlichen Beziehungen durch Rangunterschiede charakterisiert. Es ist also [vor allem für Ausländer] wichtig, das eigene Verhalten in die hierarchische Rangfolge einzugliedern und sich den jeweils vorherrschenden Machtverhältnissen anzupassen.

Die stark ausgeprägte Hierarchie führt somit im alltäglichen Umgang der Menschen zu großem Respekt und Gehorsam gegenüber übergeordneten und älteren Personen. Auf der einen Seite genießt eine ranghöhere Person grundsätzlich mehr Autorität, da ihr Wort und ihre Meinung mehr Gewicht haben. Auf der anderen Seite trägt der Ranghöhere in einer patriarchalischen Beziehungsstruktur gegenüber seinen Mitarbeitern eine enorme Verantwortung. So gibt es, im Unterschied zu unseren zwei Anredeformen „Du“ und „Sie“, im Koreanischen mindestens fünf verschiedene Sprachebenen, die je nach Nähe und Distanz der Personen eingesetzt werden.

Autoritärer Führungsstil und fehlende EigeHierarchien Südkorea, Mitarbeiterführung, Interkulturelles Training Koreaninitiative

Im Berufsalltag werden Sie bei koreanischen Vorgesetzten häufig einen autoritären Führungsstil beobachten können, der durch entsprechendes Verhalten der Mitarbeiter getragen wird. Es ist im Zuge dessen nicht üblich, offen von der Meinung des Chefs abzuweichen, ihn zu kritisieren oder eine kontroverse Diskussion mit ihm zu führen. Auch Eigeninitiative, die auf selbstverantwortlichem Handeln beruht, ist bei koreanischen Arbeitskräften sicher in geringerem Ausmaß zu finden.

Bei Kontakten mit Geschäftspartnern ist es daher sehr wichtig, die hierarchische Position der jeweiligen Personen zu kennen, um zu wissen, welches Maß an Respekt angemessen ist und wie viel Autorität man selbst besitzt. Die wichtigsten differenzierenden Statuskriterien, durch die Sie die Position von Personen erkennen können, sind im Allgemeinen: Geschlecht, Alter, Familienstand, Dauer der Betriebsangehörigkeit, Position innerhalb der Firmenhierarchie und formales Bildungsniveau.

Gern möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch ein paar ganz konkrete Tipps für Ihren Arbeitsalltag in Korea mit auf den Weg geben.

  • Finden Sie den Status Ihrer Interaktionspartner heraus!
  • Passen Sie Ihr Verhalten je nach Hierarchieposition stärker als in Deutschland an!
  • Zeigen Sie gegenüber ranghohen Personen Respekt, erwarten Sie Respekt von Mitarbeitern!
  • Stellen Sie sich im Vergleich zu Deutschland auf geringere Eigeninitiative und Selbständigkeit, weniger Widerspruch, Kritik oder Fragen Ihrer koreanischen Mitarbeiter ein!
  • Behalten Sie die Meinung und die Einstellung der übergeordneten Autorität Ihres jeweiligen Interaktionspartners im Auge, da sich ein Großteil seines Verhaltens danach richten wird. Wenn Sie von Ihrem Gesprächspartner etwas wollen oder erwarten, finden Sie heraus, ob sein Vorgesetzter einverstanden ist!
  • Zeigen Sie angemessene Bescheidenheit! Wer seine eigene individuelle Leistung zu stark herausstellt, fällt aus der Rolle.

Diese und weitere nützliche Informationen zum Geschäftsalltag in Südkorea erhalten Sie auch durch unser Interkulturelles Training Korea.


Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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