Business-Meetings in Groß­britannien

Geschäftstreffen werden auf der britischen Insel überwiegend als Schlüsselelement der Unternehmenskommunikation angesehen. Sie können in Art und Weise variieren, sind aber dennoch ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenswelt im Vereinigten Königreich. In diesem Artikel möchten wir Ihnen deshalb einige wichtige kulturelle Besonderheiten bei Meetings in Großbritannien vorstellen.

Wussten Sie, dass das englische Wort „concept“ nicht wie naheliegend mit „Konzept“ im deutschsprachigen Sinn, sondern mit „Idee/Vision“ übersetzt wird? Dieser Aspekt erklärt auch, dass viele Briten ein Meeting eher zum Ideenaustausch nutzen und daher meist von einer umfassenden Vorbereitung auf solche Treffen absehen. Die Diskussion bildet bei den meisten Besprechungen in Großbritannien das Herzstück. Das Drehen und Wenden einer bestimmten Situation und das Ausloten verschiedener Möglichkeiten stehen dabei im Vordergrund.

Coded Speech

Diskussionen können schnell etwas „hitzig“ werden, deshalb empfehlen wir Ihnen hier äußerst zurückhaltend mit offenen verbalen Konflikten umzugehen! Man kann fast von einem kommunikativen Konfrontationsverbot sprechen. Gerade bei Meinungsverschiedenheiten ist den meisten Briten eine Wohlfühlatmosphäre besonders wichtig, daher ist bei Debatten „coded speech“ sehr angebracht. Kritik kann z. B. durch fehlendes positives Feedback verpackt werden. Schließlich ist nichts zu sagen, auch eine Aussage. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserem Beitrag „Kommunikation auf Britisch“.

Auch im Vereinigten Königreich gehört Pünktlichkeit zum guten Ton. Eine spezielle Sitzordnung ist normalerweise nicht zu beachten. Mit z. B. den Worten „Lets get downInterkulturelles Training, Großbritannien, Meetings, Flexibilität to business“ kann das Meeting starten. Einen besonderen Stellenwert nimmt oft der unverfängliche Small Talk ein. Wir empfehlen Ihnen daher, dafür jeweils den unsichtbaren ersten und letzten Punkt auf der Agenda vorzusehen! Häufig gibt es auch in britischen Meetings die bereits erwähnte Agenda, nur wird sich nicht immer strikt an die festgelegte Abfolge gehalten. Man schaut vielmehr, wo die Reise des Gedankenaustauschs hingeht und bleibt somit flexibler. Im Vordergrund steht überwiegend die gemeinsame Entwicklung von neuen kreativen Ideen und einem groben Plan.

Ein Meeting = Eine Entscheidung?

Das Ziel der meisten Meetings ist, eine Entscheidung zu treffen. Die nötigen Aufgaben werden dann auf die betreffenden Teilnehmer verteilt und alle Schritte schwarz auf weiß dokumentiert. Erwarten Sie das bitte nicht zwangsläufig auf der britischen Insel! Der Gedankenaustausch wird oftmals auch nach dem Meeting an anderer Stelle fortgeführt und erst nach weiteren Runden verkündet die Führungskraft die Entscheidung oder das Ergebnis; Änderungen natürlich vorbehalten.

Ein Hinweis zum Schluss: Bitte bleiben Sie flexibel! Nicht alle Briten verhalten sich gleich. Das heißt, Sie finden die hier vorgestellten Kulturunterschiede nicht in jeder Situation bzw. bei jeder Person, wohl aber bei der Mehrzahl.

Interkulturelles Training Großbritannien + weitere Artikel

Dieser Artikel stellt einen ersten Einblick in das Thema „Doing Business in Great Britain“ dar. Wir empfehlen Ihnen für vertiefende Informationen ein entsprechende Training oder Coaching!

Zu unserem Leistungsspektrum im Bereich „Interkulturelles Training“ gehören aber auch länderübergreifende Workshops, Entsendungsvorbereitung oder interkulturelle eLearning-Module!

Unter folgendem Link finden Sie alle Artikel zum Zielland Großbritannien.

Lesetipps rund um interkulturelle Trainings und Großbritannien

1 Götz, Klaus [2010]: „Interkulturelles Lernen/Interkulturelles Training [Managementkonzepte]“, München/Mering: Rainer Hampp Verlag

2 Karasjew, Michael [2014]: „Entwicklung interkultureller Kompetenz in der betrieblichen Weiterbildung: Interkulturelle Trainings und Methoden“, Norderstedt: GRIN Verlag

3 Müller-Jacquier, Bernd/ten Thije, Jan D. [2000]: „Interkulturelle Kommunikation: interkulturelles Training und Mediation“, in: Becker-Mrotzek, M./Brünner, G./Cölfen, H. [Hrsg.]: „Linguistische Berufe“, Frankfurt a. M./Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang, 39-57.

4 Mazziotta, Agostino [2016]: „Interkulturelle Trainings: Ein wissenschaftlich fundierter und praxisrelevanter Überblick [essentials]“, Wiesbaden: Springer Fachmedien-Verlag

5 Fetscher, Doris/Hinnenkamp, Volker [1994]: „Interkulturelles Kommunikationstraining und das Managen der interkulturellen Situation“, in: „Sprache und Literatur“ 74/1, 67-89.


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Über Markus Eidam

Nach meinem insgesamt vierjährigen Aufenthalt in verschiedenen Ländern dieser Welt bin ich seit dem Jahr 2004 Geschäftsführer bei den Auslands-Experten von Eidam & Partner. In jüngeren Jahren habe ich Interkulturelle Kommunikation, Erwachsenenbildung und Psychologie studiert und mich zum Trainer, Coach und Personalfachwirt der IHK ausbilden lassen. Unser Unternehmen bietet Ihnen Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Consulting und eLearning zu 80 Zielländern.
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