Socializing im spanischen Business

Spanien gilt seit langem als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Deutschland hat dabei aber nicht nur einen großen Einfluss auf den spanischen Tourismus, denn auch in anderen wirtschaftlichen Bereichen pflegen beide Länder einen intensiven Kontakt. Passend zur nahenden Urlaubszeit, werfen wir für Sie einen Blick auf die spanische Geschäftswelt und geben erste nützliche Hinweise für Ihre Geschäftsbeziehungen.

Grundsätzlich haben persönliche Beziehungen im spanischen Business eine zentrale Bedeutung. Vermutlich werden Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung nur überzeugen, wenn Sie auch als Person einen guten Eindruck machen. Mit Geschäftspartnern und Kollegen führt man daher in Spanien tendenziell eine eher freundschaftliche Beziehung und spricht gern auch über private Themen. Generell ist dabei die mündliche der schriftlichen Kommunikation vorzuziehen. Anstatt einInterkulturelles Training Spanien, Beziehungsorientierung, Small Talke E-Mail zu schreiben, ist es also effektiver, Ihren spanischen Geschäftspartner direkt anzurufen – eine gute Gelegenheit, um vorab ein paar persönliche Worte zu wechseln und so die persönliche Beziehung zu stärken.

Ist dieser erste Schritt einmal getan, so sollten Sie die Beziehung zu Ihrer Kontaktperson pflegen, was durchaus auch ein bisschen mehr Zeit in Anspruch nehmen kann. Auf Small Talk-Themen können Sie sich dabei leicht vorbereiten und sich beispielsweise über die spanische Küche informieren. Sicherlich kennen Sie bereits einige typische Gerichte wie die Gazpacho aus Andalusien, die Paella aus Valencia und die Crema Catalana von Ihrer letzten Spanien-Reise. Rechnen Sie in solchen informellen Gesprächen mit persönlichen Fragen und lassen Sie auch Einblicke in Ihr Privatleben zu – Ihr Gegenüber möchte Sie als Mensch kennenlernen. Einige Themen sollten Sie jedoch meiden, da sie in der spanischen Bevölkerung polarisieren. Zu diesen zählen z.B. das spanische Königshaus, regionale Sprachen oder der Stierkampf.

Charisma ist bei Präsentationen gefragt

Selbstverständlich spielt der Beziehungsaufbau auch im Rahmen von Geschäftsreisen meist eine große Rolle. Sie sollten beispielsweise keine Einladung – und sei sie nur zu einem Kaffee – ablehnen. Sie dient dazu, sich besser kennenzulernen und bietet eine gute Möglichkeit, sich informell auszutauschen. Zeigen Sie Interesse an Ihrem Gegenüber. Vermeiden Sie jedoch geschäftliche Themen und warten Sie, bis Ihr Partner diese anspricht. Visitenkarten und Ähnliches sollten Sie ebenfalls erst im eigentlichen Meeting aushändigen. Ihr Ziel sollte es viel mehr sein, persönliche Sympathien [abseits vom beruflichen Teil] zu wecken und das Vertrauen Ihres Geschäftspartners zu gewinnen.

Bei Meetings und Präsentationen können Sie übrigens eher durch Charisma, einen lebendigen Vortrag und Redegewandtheit punkten, als durch die Darlegung von Zahlen, Fakten und Expertenwissen. Gehen Sie bitte nicht davon aus, dass schon bei Ihrem ersten Treffen konkrete Maßnahmen festgelegt werden und signalisieren Sie Offenheit und Flexibilität in Ihrem Vorgehen! Wie gesagt: Tendenziell werden Sie mit Ihren spanischen Geschäftspartnern erst ins Geschäft kommen, wenn eine Vertrauensbasis zwischen Ihnen entstanden ist.

Apropos: Insbesondere bei der Kommunikation von kritischen Sachverhalten kommt die indirekte Art der spanischen Kommunikation zum Tragen. Dabei geht es vor allem darum, den Gegenüber nicht zu kränken. Achten Sie also darauf, auch positive Aspekte zu erwähnen, stets die Wichtigkeit der persönlichen Beziehung darzulegen sowie Ihr Gegenüber nicht in Anwesenheit Dritter bloßzustellen. Dies gilt beispielsweise auch, wenn bei Ihrer Projektarbeit bestimmte Termine Ihres spanischen Partners nicht eingehalten werden sollten.

Bitte beachten Sie, dass die dargestellten Hinweise nur einen allgemeinen Einstieg vermitteln. Außerdem wird nicht jeder Spanier gleich handeln und reagieren, daher bieten diese Informationen lediglich eine erste Orientierung. Hinzukommt, dass es in Spanien – wie bei vielen anderen Ländern – auch regionale Unterschiede zu berücksichtigen gibt. Für weiterführende Informationen zu unserem Portfolio, schauen Sie gern auf unserer Angebotsseite vorbei.


About Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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