Begrüßung in der Arabischen Welt

In der Arabischen Welt erkundigt man sich bei der Begrüßung von Vertrauten und Bekannten zunächst nach dem Wohlbefinden seines Gegenübers sowie nach dem seiner Familie. Es handelt sich dabei um ein wortreiches Frage- und Antwortspiel, das uns ständig unter Termindruck stehende Deutsche schnell auf eine Geduldsprobe stellen kann.

Es ist oft zu beobachten, dass die gleiche Prozedur selbst nach kurzer Abwesenheit einer Person erneut durchgeführt wird.

Sollten noch keine persönliche Ebene zu Ihrem arabischen Gesprächspartner existieren, antwortet man auf die Frage „Wie geht’s?“ – wie in Deutschland – allerdings nur mit „Danke, gut“. Machen Sie also nicht den Fehler und erzählen Sie an dieser Stelle Ihre ganze Lebensgeschichte. Erst nachdem man Vertrauen zueinander aufgebaut hat, wird tiefgehend über persönliche Angelegenheiten gesprochen.

Männer begrüßen sich mit einem leichten Händedruck und Interkulturelles TrainingBlickkontakt. Der in Deutschland übliche feste Händedruck wird in arabischen Ländern als unangenehm empfunden. Wenn Ihr Gegenüber seine „Hand aufs Herz“ legt, möchte er Ihnen Wohlwollen und Herzlichkeit zeigen. Hierarchisch übergeordneten Personen und älteren Menschen begegnet man mit besonderem Respekt und Achtung. Ein Zeichen der Hochachtung ist das Küssen der Stirn oder Kopfbedeckung sowie des Handrückens.

Betritt man einen Raum, in dem sich mehrere Personen aufhalten, werden zuerst der Gastgeber, danach der Älteste und zum Schluss alle anderen Anwesenden begrüßt. Sollte man den Gästen vom Herr des Hauses vorgestellt werden, übernimmt natürlich er die Reihenfolge der Begrüßung. Gewöhnlich werden alle Anwesenden [außer dem Personal] begrüßt.

Unterschiede zwischen verschiedenen arabischen Ländern

Im Maghreb und dem Nahen Osten ist die Begrüßung relativ unkompliziert. In den konservativen Golfstaaten hingegen, vor allem in Saudi-Arabien ist der Begrüßungsakt deutlich formeller. Der Status der Repräsentanten muss gemäß ihrer Hierarchie berücksichtigt werden. Männer begrüßen Frauen dabei nicht mit einem Handschlag. Umgekehrt sollte eine nichtmuslimische Frau immer abwarten, wie sich ihr Geschäftspartner verhält. Untereinander begrüßen sich auch Frauen mit Handschlag.

Bei der „rituellen“ Begrüßung erkundigt man sich nach dem Befinden der Familie, nicht nach dem Wohlergehen des Ehepartners. Dies würde unhöflich wirken.

Weitere Informationen – zum Beispiel zum Verhalten bei Verhandlungen, Mitarbeiterführung oder Meetings – bieten wir Ihnen gern durch ein Interkulturelles Training.


Über Markus Eidam

Nach meinem insgesamt vierjährigen Aufenthalt in verschiedenen Ländern dieser Welt bin ich seit dem Jahr 2004 Geschäftsführer bei den Auslands-Experten von Eidam & Partner. In jüngeren Jahren habe ich Interkulturelle Kommunikation, Erwachsenenbildung und Psychologie studiert und mich zum Trainer, Coach und Personalfachwirt der IHK ausbilden lassen. Unser Unternehmen bietet Ihnen Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Consulting und eLearning zu 80 Zielländern.
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