Das Neujahrsfest in Japan

Das Neujahrsfest hat für viele Japaner eine ganz besondere Bedeutung, denn im ganzen Land werden Jahr für Jahr zahlreiche Bräuche lebendig! Im ersten Blog-Beitrag des Jahres 2014 stellen wir Ihnen vor, welche Traditionen es im „Land der aufgehenden Sonne“ gibt.

Die Wichtigkeit dieses Feiertages in Japan zeigt sich darin, dass die überwältigende Mehrheit aller Ämter, Unternehmen und Geschäfte am Neujahrstag im arbeitsamen Japan geschlossen bleiben. Viele Menschen, die ansonsten weit entfernt von ihrem Elternhaus leben, kehren in die Heimat zurück, um gemeinsam mit der Familie und Freunden das Neujahrsfest aufwändig zu begehen.

Dabei beinhaltet das Fest eine Vielzahl an Bräuchen. Viele Japaner tragen exklusiv an diesem Tag die japanische Nationalbekleidung, den Kimono. Kinder bekommen ein zusätzliches Taschengeld [Otoshidama], das in besonders verzierten Verpackungen verschenkt wird. Eine weitere Tradition ist der ausgelassene Zeitvertreib mit diversen Spielen, wie z.B. Fukuwarai, das eine Art „Blinde Kuh“ darstellt, oder das Würfelspiel Koma.

Die Götter gnädig stimmenInterkulturelles Training Japan, Das Neujahrsfest in Japan

Ein großer Teil der japanischen Bevölkerung nutzt den Tag vor Neujahr auch, um den Shinto-Göttern seine Aufwartung zu machen. Pünktlich zum Jahreswechsel um 0 Uhr beginnen die Schreinbesucher, Opfergaben in Form von Geldmünzen in eigens dafür aufgestellte Behälter zu werfen. Dies gilt als besonders glücksbringend und soll die Götter gnädig für das kommende Jahr stimmen.

Ein weiterer wichtiger Brauch in Japan zu Neujahr ist „Nengajou“. Dies sind Postkarten, die am Neujahrstag an Freunde und Bekannte verschickt werden. Die ursprüngliche Bedeutung bestand darin, weit entfernt wohnenden Freunden und Verwandten ein Lebenszeichen von sich und der eigenen Familie zu geben.

Heute ist es fast Pflicht, Freunden und Personen denen man Respekt schuldet, Neujahrskarten zu schreiben. So erhalten Personen in höheren Positionen in Wirtschaft und Politik jährlich einige hundert Karten. Auch Unternehmen verschicken entsprechend viele Karten. Wichtig hierbei ist, dass bei Vordrucken wenigstens die Adresse handschriftlich gefertigt sein sollte, um dem Ganzen eine persönliche Note zu verleihen. Die Karten zeigen dabei u.a. auch das chinesische Tierkreiszeichen des neuen Jahres, für das Jahr 2014 beispielsweise ein Pferd, sowie eine persönliche Mitteilung.

Nengajou anstatt E-Mail

Für Geschäftsleute und Firmen bieten Druckereien eine Vielzahl vorgedruckter Karten mit kurzen Botschaften an, so dass der Absender nur noch die Adressen schreiben muss. E-Mails ersetzten dabei bislang die traditionellen Nengajou in Japan noch nicht.

Die Postämter liefern diese Karten dann genau am 1. Januar jeden Jahres aus, wenn sie mit dem Zusatz „Nengajou“ gekennzeichnet sind und bis zu einem bestimmten Tag im Dezember in ein eingerichtetes Extrafach der Briefkästen eingeworfen werden. Ende Dezember bzw. Anfang Januar ist übrigens auch die arbeitsreichste Zeit für die Japanische Post. Zur Bearbeitung stellen die Postämter jedes Jahr viele Studenten als Aushilfskräfte ein.

Haben Sie Ihrem japanischen Geschäftspartner auch eine Neujahrskarte geschickt? Falls nicht, wünschen Sie ihm noch nachträglich „Akemashite omedeto gozaimasu“ – Ein gutes neues Jahr.

Erfahren Sie mehr: interkulturelles Training + zusätzliche Artikel zu Japan

Weitere nützliche Hinweise für den Umgang mit japanischen Geschäftspartnern, Kunden oder Projektpartnern im Business-Alltag erhalten Sie auch durch unser individuelles Interkulturelles Training über Japan.

Unter folgendem Link finden Sie alle Artikel zum Zielland Japan.

Literaturempfehlungen rund um interkulturelle Trainings und das Zielland Japan

1 Herbrand, Frank [2002]: „Fit für fremde Kulturen. Interkulturelles Training für Führungskräfte“, Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Paul Haupt.

2 Kempen, Regina/Schumacher, Svenja/Engel, Anna Maria/Hollands, Lisa [2020]: „Interkulturelle Trainings planen und durchführen: Grundlagen und Methoden“, Göttingen: Hogrefe-Verlag

3 Mazziotta, Agostino [2016]: „Interkulturelle Trainings: Ein wissenschaftlich fundierter und praxisrelevanter Überblick [essentials]“, Wiesbaden: Springer Fachmedien-Verlag

4 Fetscher, Doris/Hinnenkamp, Volker [1994]: „Interkulturelles Kommunikationstraining und das Managen der interkulturellen Situation“, in: „Sprache und Literatur“ 74/1, 67-89

5 Müller-Jacquier, Bernd/ten Thije, Jan D. [2000]: „Interkulturelle Kommunikation: interkulturelles Training und Mediation“, in: Becker-Mrotzek, M./Brünner, G./Cölfen, H. [Hrsg.]: „Linguistische Berufe“, Frankfurt a. M./Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang, 39-57.


Über Andreas Riedel

Ich habe Tourismuswirtschaft und Europa-Studien/Kulturwissenschaften studiert. In beiden Fachrichtungen durfte ich mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise bereits mit dem Thema Interkulturelle Kommunikation beschäftigen. Seit Februar 2013 bin ich nun Interkultureller Berater bei Eidam & Partner. Unser Unternehmen bietet Ihnen seit dem Jahr 2004 Interkulturelles Training, Interkulturelles Coaching, Entsendungsvorbereitung und eLearning zu 80 Zielländern. Darüber hinaus haben wir uns auch auf viele länderübergreifende Themen spezialisiert.
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